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Die von Tauben gesteuerte Rakete (kein Spaß!)

The Pigeon-Guided Missile (No Joke)

Drahtgelenkt, funkgelenkt oder taubengelenkt. Die Forschung der Amerikaner an einer von Tauben gesteuerten Gleitbombe entstammt keinem Science-Fiction-Roman, sondern einem tatsächlichen Projekt aus dem 2. Weltkrieg.

Während die deutsche Luftwaffe bereits seit 1943 erfolgreich ferngelenkte Bomben gegen Schiffe einsetzte, arbeiteten die Amerikaner mit Hochdruck daran, vergleichbare Modelle zu entwickeln. Ein Ergebnis dieser Experimente war das sogenannte „Projekt Taube“.

Als Basis diente eine Flugzelle mit kleinen Flügeln für den Gleitflug sowie einem mittig angebrachten Sprengkopf. Das Leitsystem im Kopf der Bombe funktionierte allerdings nicht mit elektronischen Signalen, sondern mit 1–3 Tauben vor einem Bildschirm. Drei in der Spitze angebrachte Linsen projizierten das Ziel vor der Bombe auf den Bildschirm, der sich mittig vor den Tauben befand. Diese waren darauf trainiert, mit ihrem Schnabel unablässig auf das Ziel vor ihren Augen zu picken.
  
 

 
 
Der Bildschirm war drehbar gelagert und mit Sensoren ausgestattet, die jede Winkelbewegung maßen. Solange das Ziel in der Mitte des Bildschirms blieb, pickte die Taube nur in die Mitte, die Bombe behielt ihren Kurs bei. Sobald die Bombe jedoch anfing, vom Kurs abzuweichen, bewegte sich das projizierte Ziel zum Rand des Bildschirms. Da die Taube dem Ziel mit ihrem Schnabel folgte, drückte sie den drehgelagerten Bildschirm an einer Seite ein, wodurch ein Signal an die Steuereinrichtung gesendet wurde und die Bombe ihren Kurs korrigierte. 

Wenn die Bombe wieder in Richtung des Ziels schwenkte, folgte die Taube erneut dem Bild und brachte den Bildschirm in die Mittelstellung zurück. So korrigierte die Taube jede Kursabweichung und hielt die Bombe auf ihrem Gleitpfad.

Das National Defense Research Committee hielt die Idee, Tauben in Gleitbomben zu verwenden, für ziemlich abwegig, stellte aber 25.000 Dollar für die Forschung zur Verfügung. Am 8. Oktober 1944 wurde das Projekt jedoch abgebrochen, man konzentrierte sich auf elektronische Leitsysteme.

 

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Häufige Fragen zu Project Pigeon

Was war Project Pigeon?

Project Pigeon („Projekt Taube“) war ein amerikanisches Forschungsprojekt im 2. Weltkrieg, bei dem eine Gleitbombe nicht elektronisch, sondern von trainierten Tauben gesteuert werden sollte.

Wie konnte eine Taube eine Bombe steuern?

Drei Linsen in der Spitze projizierten das Ziel auf einen Bildschirm vor den Vögeln. Die Tauben pickten auf das Ziel. Driftete die Bombe ab, wanderte das Bild zum Rand, die Taube folgte ihm und drückte den schwenkbaren Bildschirm ein. Das sendete ein Korrektursignal an die Steuereinheit.

Wie viele Tauben saßen in einer Bombe?

Das Steuersystem in der Spitze arbeitete mit einer bis drei Tauben, die vor dem Bildschirm saßen.

War es eine Rakete oder eine Bombe?

Genau genommen eine Gleitbombe: ein Flugkörper mit kleinen Tragflächen zum Gleiten und einem mittig angebrachten Sprengkopf.

Wie viel Geld floss in Project Pigeon?

Das National Defense Research Committee hielt die Idee für völlig verrückt, stellte für die Forschung aber trotzdem 25.000 Dollar bereit.

Warum wurde Project Pigeon eingestellt?

Das Projekt wurde am 8. Oktober 1944 beendet, die Arbeit konzentrierte sich danach auf elektronische Steuersysteme.

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