Gary Rose - Das Ein-Mann-Lazarett

Gary Rose - Das Ein-Mann-Lazarett

Auf dem Titelbild wird SGT Gary M. Rose von Kameraden mit kühlen Bier empfangen, nachdem er von einem streng geheimen Jagdkommando 70 km hinter einer feindlichen Linie zur Basis zurückgekehrt ist. Als Special Forces Medic und Teil der berüchtigten MACV-SOG war er für die medizinische Versorgung von 135 Soldaten verantwortlich, fast alle davon hatte er sicher heimgebracht.

Die „Operation Tailwind“ startete am 11. September 1970 in Laos, Vietnam, um den Feind überraschend zu treffen und von seiner eigentlichen Taktik abzulenken. 120 südvietnamesische Soldaten und 16 amerikanische Spezialkräfte flogen von Kampfhubschraubern eskortiert tief in das feindliche Gebiet und wurden noch vor der Anlandung unter heftigem Beschuss genommen.

Am Boden angekommen zogen die Kräfte direkt im Dickicht des Dschungels unter, während die feindlichen Nationalen Volksarmee Kräfte im Raum zusammenzog, um die Eindringlinge zu finden. Über den Tag hinweg liefern sie sich die Parteien immer wieder stundenlange Kämpfe und so hatte die Einheit bald ihre ersten Verwundeten zu beklagen. Einmal lagen die verletzten Soldaten sogar außerhalb des Sicherungsbereichs der eigenen Truppen und waren kurz davor, vom Feind gefangengenommen zu werden. Rose rettete sie alle, indes er unter feindlichem Beschuss vorstürmte und die verwundeten Kameraden zurück in Sicherheit zog, während er sich selbst Deckungsfeuer schoss.

Bei einer dieser selbstlosen Rettungsaktionen wurde er von einer RPG-2 am Fuß verwundet, daher musste er bei Märschen einen Stock als Krücke nutzen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, die zahlreichen Verwundeten zu behandeln, wofür er sogar auf Schlaf und Verpflegung verzichtete. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Einheit trotz der feindlichen Gegenangriffe kampfkräftig blieb und unter anderem ein Lager der NVA völlig überraschend einnahm, wobei wichtige Dokumente gesichert werden konnten. Wenn das Jagdkommando Nachts ein Lager errichtete, grub er Stellungen, um die Verwundeten vor feindlichem Beschuss zu entziehen. Außerdem fertigte er improvisierte Tragen aus Stöcken und Schlingen an, um der wachsenden Anzahl an verletzten Kameraden Herr zu werden.

Am 14. September, dem letzten Tag der Operation, wurde die Kompanie nach der Zerstörung eines weiteren Lagers von einem Forward Air Controller (FAC) informiert, dass über 500 Feinde auf ihrer Position vorrückten. Unterstützt von Kampfhubschraubern bewegte sich die Kompanie zu einer Landezone und bauten Sicherungsring auf, während die einen einzelnen Züge in die Hubschrauber stiegen. Als die Nationale Volksarmee von allen Seiten angriff und noch mehr Verluste verursachte, setzte sich erneut Rose dem Feindfeuer aus, um die Toten und Verwundeten zu bergen und zu behandeln. Er half ihnen in den Helikopter zu steigen und saß selbst erst auf dem letzten Evakuierungshubschrauber auf.


Kurz nachdem der Hubschrauber abgehoben hatte, wurde er von feindlichen Flugabwehrgeschossen getroffen, wodurch der Motor in einer Höhe von 1.400 m aussetzte. Rose wurde mitgeteilt, dass ein Doorgunner einen Genickschuss erlitten hatte, woraufhin er sofort mit der Versorgung begann und dem Marine des Lebens rettete. Kurz darauf stürzte der Helikopter nach nur wenigen hunderten Metern Flugstrecke ab und schleuderte Rose dabei aus dem Innenraum. While der Sanitäter selbst noch benommen und verwundet war, kroch er zurück in das Wrack, um die verwundeten und bewusstlosen Soldaten herauszuziehen, wohl wissend, dass es jeden Moment explodieren könnte. Er behandelte sterben verletzten Kameraden bis zum Eintreffen eines anderen Rettungshubschraubers, welcher sterben Kräfte erfolgreich zur Basis ausflog. Während der Operation Rose wurden insgesamt 60 – 70 Soldaten versorgt. Alle Amerikaner und über die Hälfte der Südvietnamesen waren verwundet worden, nur drei von ihnen starben.

Sofort nominierte man Rose für die Medal of Honor, doch die Auszeichnung wurde wegen der Geheimhaltung der Mission in Laos zum Distinguished Service Cross herabgestuft. Nach einer erneuten Prüfung des Vorfalls erhielt der mittlerweile 60-jährige Vietnamveteran dann am 23. Oktober 2017 die verdiente Medal of Honor.

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