„WIR SEHEN UNS IN WALHALLA“
Am 12. November 1944 wurde eine Formation britischer Lancaster-Bomber aus Schottland gesichtet. Sie flog in Richtung der Trømso Fjorde, wo das deutsche Schlachtschiff Tirpitz lag.
Ohne das Angriffsziel der Bomber zu kennen, startete der alarmierte Kommodore des Jagdgeschwaders 5, Major Heinrich Ehrler, nur mit seinem Rottenflieger. Keiner von ihnen konnte rechtzeitig eingreifen, bevor die feindliche Bomberformation die verwundbare Tirpitz versenkte. Ehrler wurde für den Untergang des letzten deutschen Schlachtschiffs verantwortlich gemacht und durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Da an der Front jedoch dringend Jagdflieger gebraucht wurden, wandelte man seine Strafe in Zwangsarbeit um, die er nach dem Krieg ableisten sollte.
Ehrler wurde daraufhin zum Jagdgeschwader 7 versetzt, um den neuen Düsenjäger Me 262 zu fliegen. Am 4. April 1945 startete er gegen eine Formation viermotoriger B-24-Bomber und schoss zwei Maschinen ab. Als er keine Munition mehr hatte, funkte er seinem Freund und Jagdfliegerkameraden: „Theo, Heinrich hier. Habe zwei Bomber abgeschossen. Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, wir sehen uns in Walhalla.“
Kurz darauf rammte er den Bomber „Trouble in Mind“ und stürzte gemeinsam mit ihm ab. Weder die Crew des Bombers noch Major Heinrich Ehrler überlebten. Er gilt mit 208 bestätigten Abschüssen als einer der erfolgreichsten Jagdflieger aller Zeiten. Ob Ehrler tatsächlich Schuld an der Versenkung der Tirpitz trug, ist unter Historikern bis heute umstritten.
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