3 DINGE, DIE WIR VON US-STREITKRÄFTEN LERNEN KÖNNEN
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1. Das Soldatenbild
Das Bild des amerikanischen Soldaten ist mit dem in Deutschland kaum zu vergleichen.
In den USA werden Soldaten überall gerne gesehen, und man dankt ihnen regelmäßig. Aber auch die Soldaten selbst haben ein ganz anderes Verständnis von ihrem Handwerk und einen viel engeren, realitätsnaheren Bezug zum Militär.
Das liegt daran, dass die U.S. Army eine sehr lange Tradition hat, während sich die Bundeswehr nur auf ihre eigene Geschichte beziehen kann. Das Preußentum als Traditionssäule ist zwar sehr ehrenhaft, kann aber nicht den gleichen Bezug zur modernen Kriegsführung bieten wie der 1. und 2. Weltkrieg.
So bleibt die Auswahl an Geboten, Sprüchen, Liedern, Kampf- und Heldengeschichten relativ überschaubar, obwohl gerade diese enorm wichtig für Moral und Korpsgeist sind.
2. Motivation
Meine Kameraden und ich haben immer nur höchst motivierte amerikanische Soldaten kennengelernt. Klar, bei denen gibt es auch Miesepeter. Aber die gehen in der Masse einfach unter.
Den Deutschen sagt man nach, sie seien „Meister im Schlechtreden“. Bei den U.S. Soldaten ist es ähnlich. Nur eben im Positiven.
Dadurch entsteht eine Stimmung, in der jeder Bock auf den Dienst hat und man sich gegenseitig motiviert. Es geht nicht darum, auf Schönwetter zu machen, sondern um eine positive Grundeinstellung.
Der einzige Nachteil ist, dass manchmal Missverständnisse entstehen können.
Zum Beispiel denken wir Deutschen aufgrund dieser offensichtlichen Euphorie oft, dass sich da eine Freundschaft anbahnt, obwohl der Amerikaner einfach nur freundlich ist. Wenn man das weiß, ist es kein Problem. Langjährige Freundschaften entstehen trotzdem.
„On Base“ 2019 in Grafenwöhr.
3. Führungsethik
Als ich für kurze Zeit an einem Lehrgang der NCOA (Noncommissioned Officer Academy, dt.: Unteroffiziersschule) der U.S. Army in Grafenwöhr teilgenommen habe, wurde fast eine Woche lang nur über Mindset, Auftreten und Methodik eines Führers gesprochen.
- Wie motiviere ich meine Soldaten?
- Welche Charaktereigenschaften hat ein guter Führer?
- Wie baue ich Vertrauen auf?
- Wie gehe ich mit Stress um?
- Was tun, wenn ein Soldat negativ auffällt?
- Wie aggressiv/autoritär sollte ich wann auftreten?
Zum Führen gehört mehr als nur Befehle runterbrechen und Anweisungen geben. Wir gehen mit Menschen um und nicht mit Robotern. Und deshalb ist es so wichtig, über die Art und Weise nachzudenken, wie wir Soldaten in den verschiedensten Situationen führen.
An der gesamten Akademie konnte man spüren, dass es eine Ehre war, Menschen zu führen, und eine noch größere Ehre, den Führernachwuchs auszubilden.
Viel Erfolg da draußen!
Shughart
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