DEUTSCHE MARINE SETZT ZEICHEN FÜR AMERIKANER NACH 9/11
Im September 2001 lagen der deutsche Zerstörer Lütjens und die amerikanische USS Winston S. Churchill beide zufällig im Hafen von Plymouth in England. Die Besatzungen tauschten sich schnell aus, schlossen Kameradschaften und spielten sogar gemeinsam Fußball, wenn die Zeit es erlaubte.
Während der Terroranschläge am 11. September war es in England gerade Nachmittag und die USS Churchill befand sich für eine Übung auf See, die noch bis zum 18. September andauern sollte. Die deutsche Lütjens sollte aber bereits am 14. September wieder abreisen. Mitgerissen von den schrecklichen Ereignissen, bat der Kapitän des deutschen Schiffes nach dem Auslaufen um Erlaubnis, längsseits des amerikanischen Zerstörers fahren zu dürfen. Als das deutsche Kriegsschiff immer näher an die Churchill herankam, erkannten die amerikanischen Seeleute, dass die gesamte Besatzung der Lütjens „Front gemacht“ hatte, also an Deck angetreten war. Auf einem Bettlaken hatten die deutschen Soldaten „We Stand By You“ – „Wir stehen mit euch“ geschrieben und über dem Banner wehten sowohl die amerikanische als auch die deutsche Flagge nebeneinander auf Halbmast.
Augenzeugen der USS Churchill berichteten, dass kein Auge trocken blieb, als die Lütjens an ihnen vorbeizog. Die Geste bedeutete den Amerikanern so viel, dass sie das Bettlaken heute in ihrem Besitz haben und es erst kürzlich aufwendig restaurieren ließen, um es für die Nachwelt auszustellen.
Eine Bruderschaft, die niemand sonst versteht.