DER SANITÄTER, DER SEINE EIGENE EVAKUIERUNG VERWEIGERTE
William H. Pitsenbarger war Unteroffizier und PJ (Pararescuejumper) der U.S. Air Force in Vietnam. Als Teil des 38th Rescue Squadron absolvierte er fast 300 Rettungsmissionen, darunter eine, bei der er einen verletzten Vietnamesen inmitten eines brennenden Minenfeldes verarztete, während er an der Seilwinde des Rettungshelikopters hing.
Sein Vorgesetzter beschrieb ihn als „Eine besondere Sorte. Immer wachsam und bereit für eine Mission.“ Am 11. April 1966 wurden zwei Helikopter des Geschwaders zum „Battle of Xa Cam My“ gerufen, einer blutigen Schlacht, die in 80 % Ausfällen für die Amerikaner enden sollte. Angekommen bei Cam My, ließ sich Pitsenbarger mit der Seilwinde ablassen, um den Abtransport der Verwundeten zu organisieren und Erstversorgung zu leisten. Nach dem Abtransport der ersten 6 Verwundeten wurde einer der Helikopter von Handfeuerwaffen getroffen. Als die Besatzung den noch am Boden befindlichen Pitsenbarger aufnehmen wollte, um wegen der schweren Schäden zur Basis zurückzufliegen, winkte dieser ab: Er wollte bei den Verwundeten bleiben. Aufgrund des heftigen Feindfeuers war das der letzte Kontakt zu eigenen Kräften von außerhalb.
In den nächsten 90 Minuten verarztete er immer mehr Verwundete, improvisierte Sanitätsmaterial aus Pflanzen und sammelte Munition für die noch kampffähigen Kräfte. Als der Feind näher kam und die Lage für die Amerikaner immer aussichtsloser wurde, griff er selbst in die Kampfhandlungen ein. Trotz des Einsatzes von Tränengas und Artillerie brachen die Vietcong immer wieder durch die Reihen der unterlegenen Amerikaner und attackierten die Verwundeten. Nachts wurde Pitsenbarger von einem feindlichen Scharfschützen getötet. Man fand ihn am Morgen, in einer Hand immer noch sein Gewehr, in der anderen das Sanitätsmaterial.
Pitsenbarger wurde sofort posthum für die Medal of Honor vorgeschlagen, aufgrund fehlender Berichte dann aber mit dem Air Force Cross ausgezeichnet. Nach erneuter Prüfung wurde die Auszeichnung 35 Jahre später zur verdienten Medal of Honor hochgestuft.
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